Sonntag, der 1. August 2010 ++ 01:34 Uhr

Mittwoch, den 11. November 2009 um 13:39 Uhr

Health Basics zum Apothekenmarkt in Schweden: Ein Vorbild für Deutschland?

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Das Land zwischen Norwegen und Finnland ist der einzige europäische Staat, dessen Apotheken staatlich betrieben wurden. Genau wie in Nordkorea und auf Kuba.

Vom Staatsmonopol zur Privatisierung

2006 entschied sich die Regierung, das staatliche Apotheken-Monopol aufzugeben und den Markt zu privatisieren. Als das Parlament diesem Vorhaben im April 2009 zu stimmte,  befanden sich 916 öffentliche Apotheken in staatlicher Hand. Ziel der Privatisierung ist die bessere Versorgung der Patienten. Das Apothekennetz in Schweden ist sehr dünn; auf eine Apotheke kommen im Schnitt ca. 10.000 Kunden. Im Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei 5000 Kunden pro Apotheke.

Vor kurzem verkaufte der schwedische Staat nun die Apotheken an folgende Investoren:

  • 200 Apotheken erwarb Apotek Hjärtat.
  • 170 Filialen gingen an Kronans Droghandel Retail, ein Joint Venture des finnischen Pharmagroßhändlers Oriola-KD und der schwedischen Coop-Supermärkte.
  • 330 Apotheken bleiben hingegen in staatlicher Hand und werden weiterhin von der staatseigenen Apoteket betrieben. Damit bleibt der Staat Marktführer.
  • Die verbliebenen Apotheken sind in 6 Paketen verkauft worden.

Geltendes EU-Recht für Apotheken

Aufgrund geltenden EU-Rechts darf zum Beispiel die Warenverkehrsfreiheit nicht beschränkt werden. Mit der Öffnung des schwedischen Marktes ergeben sich Chancen für deutsche Pharmaunternehmen und Lieferanten. So hat beispielsweise die Stuttgarter Celesio AG in Zusammenarbeit mit DocMorris angekündigt, eine eigene Apothekenkette im größten skandinavischen Land aufzubauen – allerdings ohne ehemals staatseigene Filialen zu übernehmen.

Das Urteil des EuGH zum Fremdbesitzverbot in Deutschland

Durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum sog. Fremdbesitzverbot Mitte Mai 2009 ist es in Deutschland weiterhin Gesetz, dass nur ausgebildete Apotheker eine Filiale führen dürfen. Es bleibt aber den anderen Mitgliedstaaten überlassen, wie sie in dieser Frage entscheiden. Ausgegangen war der Prozess vor dem höchsten europäischen Gericht durch eine Klage von Verbänden und Apothekern gegen die Saarbrücker DocMorris Filiale.

Das „Vorbild“ Norwegen?

Was bei einer undurchdachten Privatisierung passieren kann zeigt das Beispiel Norwegen: Im Zuge der Apotheken-Privatisierung etablierten sich drei große Ketten und teilten sich den Markt untereinander auf.



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