vfa: Pharmaforschung überwindet Resistenzen
"Krankmachende Bakterien, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind, breiten sich immer mehr aus. Deshalb entwickeln forschende Pharma-Unternehmen neue Antibiotika speziell gegen resistente Keime. Für zwei davon haben sie bereits die Zulassung beantragt. Sechs weitere erproben sie gerade in abschließenden klinischen Studien, dem Härtetest vor der Zulassung." Das sagte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen, anlässlich des heutigen "europäischen Antibiotikatags", den das European Centre for Disease Prevention and Control (www.ecdc.europa.eu) initiiert hat.
Ein wachsendes Problem, vor allem in Krankenhäusern, stellt das Bakterium MRSA dar, der multiresistente Staphylococcus aureus. Er ist gegen sehr viele Medikamente unempfindlich. Fünf der acht kommenden Antibiotika sind jedoch gegen MRSA wirksam. Zwei Unternehmen erproben sogar Schutzimpfungen gegen MRSA-Infektionen.
Auch bei der Tuberkulose (TB) kämpfen Ärzte zunehmend gegen vielfach-resistente Erreger, vor allem in Osteuropa und Afrika. "Mehrere forschende Pharma-Unternehmen erproben derzeit neue Präparate gegen diese schwierig behandelbare Krankheit und erfinden weitere in ihren Labors", so Yzer. Diese sollen nicht nur da wirken, wo ältere Medikamente versagen, sondern auch die Behandlungsdauer - derzeit sechs Monate und länger - wesentlich verkürzen. Mit Patienten getestet werden derzeit drei neuartige Medikamente sowie eines, das sich schon gegen andere Infektionen bewährt hat.
"Um auch künftig Infektionen bekämpfen zu können, sind neue Antibiotika wichtig; ebenso wichtig ist jedoch der verantwortungsvolle Umgang mit den vorhanden Präparaten", so Yzer abschließend. "Dazu gehört, sie nur dann einzusetzen, wenn das medizinisch sinnvoll ist."
Quelle:
vfa -
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