E-Zigaretten: Mit juristischem Volldampf ins neue Jahr

Es war kein besinnlicher Jahreswechsel für die Vertreiber von E-Zigaretten (auch elektrische Zigaretten oder elektronische Zigaretten genannt). Zunächst rief die nordrhein-westfälische Gesundministerin Anfang Dezember 2011 E-Zigaretten, die nikotinhaltige Liquids enthalten, zu nicht zugelassenen Arzneimitteln aus. Kurz vor Weihnachten zog dann auch die Regierung von Oberbayern nach und forderte zahlreiche Händler nikotinhaltiger E-Zigaretten ebenfalls wegen des vermeintlichen Arzneimittelcharakters zu einer freiwilligen Aufgabe des Vertriebs auf. Die E-Zigarette wird daher 2012 vermutlich mehr denn je juristischen Dampf aufwirbeln.
Voreilige Festlegungen zur Rechtslage verbieten sich allerdings. So ist es keineswegs sicher, dass es sich bei E-Zigaretten zwangsläufig um Arzneimittel handelt, wie es die Behörden teilweise propagieren. Umgekehrt sind viele der in diversen Internet-Foren vorgebrachten Argumente gegen ein Verbot der E-Zigaretten ohne Arzneimittelzulassung äußerst optimistisch. Dies gilt insbesondere für die Hoffnung, spätestens der Europäische Gerichtshof werde schon einer Einstufung der E-Zigaretten als Arzneimittel durch die deutschen Behörden und Gerichte entgegentreten.
Welche Produktkategorie für E-Zigaretten einschlägig ist, wenn sich der juristische Dampf am Ende des Tages gelegt hat, ist daher noch nicht absehbar. Dies gilt insbesondere deshalb, da es die E-Zigarette ohnehin nicht gibt, sondern jedes einzelne Produkt gesondert zu überprüfen ist. Pauschale Aussagen zum Rechtscharakter elektrischer Zigaretten verbieten sich daher. Wenn ein Produkt als Arzneimittel eingestuft wird, muss dies noch lange nicht für ein Konkurrenzprodukt gelten – und umgekehrt. Langfristig bleibt ohnehin abzuwarten, ob nicht der Gesetzgeber die Initiative ergreifen und eine gesetzliche Regelung zur Einstufung elektronischer Zigaretten treffen wird – wie auch immer diese aussehen mag.
Autor: Rechtsanwalt Thomas Bruggmann LL. M.
Kommentare
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E-Zigarette
Unterliegen normale Zigaretten dem Arzneimittelgesetz? Sie gelten gemeinhin als gesundheitsschädlich, auf jeder Packung wird drastisch darauf hingewiesen. Sind E-Zigaretten nun noch gefährlicher? Ich verstehe nicht, worum es hier eigentlich geht. Wer sich, der Umwelt und seinen Mitmenschen zur Liebe eine schadstoff-freie E-Zigarette dampft (nicht raucht), schadet eigentlich nur der Tabakindustrie. Nachtigall, ick hör´ dir trapsen! Günter Jessen, ehemaliger Selbstdreher von halfzware Shag
E-Zigarette
Nun ja, das Problem liegt darin begründet, dass "echte" Zigaretten trotz ihrer Schädlichkeit von der Gesellschaft und der Politik anerkannt sind, zumindest im Unterbewusstsein der Leute. Daraus folgt, dass Neues verteufelt wird, obwohl oder weil es eben noch keine Langzeitstudien gibt, die Pro- oder Contra-Aussagen stützen können. Zu allererst schädigt die E-Zigarette, mit nikotinhaltigem Liquid gedampft, jedoch die Tabakindustrie und den deutschen Staat. Bei meinem früheren Zigarettenverbrauch von täglich je 1 Packung á 23 Stück á 4,95 Euro spare ich inzwischen 130,- Euro pro Monat! Den Steueranteil von 83% kann sich jeder selbst ausrechnen.
Dampfer
Ich verstehe diese Panicmache auch nicht. Ich war Hardcoreraucher und habe innerhalb von ein paar Tagen mein Kippenkonsum von 50 auf 0 eingeschrenkt und mir geht es GUT mit der E-Zigarette. Und ob nun gesünder oder nicht *gibt kein gesundes rauchen* mir hat es geholfen aufzuhören und das möchte was heißen ... in diesem sinne gut dampf !
E-Zigaretten
Also meine Meinung zu diesem Thema ist... Das die E-Zigarette ein wirklich guter Maß zu den richtigen Kippen sind, erstens man spart geld ohne Ende, zweitens sind sie garnicht gefährlich wie immer behauptet wird. Ich war bis vor einem Jahr starker Raucher, habe pro Tag 2 Pack. Zigi verraucht, und seid ich die E-Zigarette habe, gibt es keine Aktiven mehr für mich. Also FREIHEIT FÜR DIE E-ZIGARETTE.! mfg Jürgen www.Rauchershop.eu
Panikmache
Guter Beitrag! Schön, dass es auch mal objektiv von der juristischen Seite beleuchtet wurde. Es wird auf jeden Fall ein heißes Jahr! Wir sehen das Hauptproblem darin, dass es viele halbseidene Hersteller/Wiederverkäufer gibt (z.B. in der Fernsehwerbung ;-)), die es als gesunde Art des Rauchens bezeichnen!
Panikmache die 2te
"Zitat: halbseidene Hersteller/Wiederverkäufer gibt (z.B. in der Fernsehwerbung ;-))" Ja die haben ja auch eine Menge Geld investiert, EK: 3,80 Euro. ehealth dinger! Und dann haben Sie die ja jetzt im Angebot anstatt 99,95 für 59,95. Das nenne ich mal Optimale Ausnutzung von Angebot und Nachfrage! Da schiebt der Gesetzgeber keinen Riegel vor, und schaltet diese Werbung ab! Naja, wir wissen alle das der Staat nur um seine Steuern weint und die Taballobby druckt macht. Schlimmer ist das ich auf Sat1 gehört habe das die E-Zigaretten in NRW Verboten sind! Das ist auch eine Falsche Darstellung durch die Presse! Es sind Nikotinhaltige Liquids Verboten, obwohl dies auch Fragwürdig erscheint. Naja es bleibt wirklich abzuwarten was passiert....
Wem geht es schlechter?
Mir jedenfalls nicht! Ich dampfe jetzt seit 07.09.2011 und mir geht es Gesundheitlich viel besser. Was nach Langzeitkosum kommt wird man sehen, schlimmer als den alten Mist rauchen kann es meiner Meinung nicht sein. Aber wem geht es schlechter? Wenn man von ca 1,2 Mio Dampfern ausgeht aber nur mit 1 Mio rechnet komme ich zu folgendem Schluß: 1 Mio * 5€ = 5.000.000€ weniger Umsatz der Tabakindustrie 1 Mio * 1,96€ Tabaksteuer = 1.650.000€ Tabaksteuer und das täglich ! Wer hat also das größte Interresse daran das die E Zigaretten so schnell wie möglich wieder verschwinden ? Gruss Bernd
bzgl. "Vermeintlicher Arzneimittelcharakter" ?
Was will uns diese Formulierung sagen ? Im Grunde drückt es nur die Hilflosigkeit der Behörden in dieser Sache aus. Auf der einen Seite stehen Staat( Tabaksteuer), Tabaklobby (etablierte Hersteller) und Pharmakonzerne (Nikotininhalatoren etc.). Auf der anderen hunderte von Händlern, hunderttausend zufriedene E-Raucher und ebensoviele Menschen, die nicht mehr passiv mitrauchen müssen. Nun, der Staat kann nikotinhaltige Liquids und Filter besteuern lassen, die Tabaklobby kann selbst auf den E-Zigaretten-Zug mit aufspringen. Der große Verlierer wären nur einige wenige Pharmakonzerne, die sich mit ihren überteuerten Entwöhnungsprodukten bisher eine goldene Nase verdient haben. Hoffen wir, dass dieses Mal zum Wohl der Allgemeinheit entschieden wird !
Verantwortliches Handeln statt Aktionismus und finanziellen Interessen
Neulich las ich einen weiteren Artikel zum Thema E-Zigarette und fand darin sehr schön zusammengefasst, was man bisher so an Argumenten zu hören bekan: http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/nichtrauchen/news/bundeslaender-verbieten-verkauf-e-zigarette-boomt-trotz-aller-warnungen_aid_702992.html Um das von vornherein klarzustellen: Ich bin kein bedingungsloser Verfechter der E-Zigarette, noch handle ich damit oder habe sonstige kommerziellen Interessen. Allerdings bin ich Raucher/Dampfer. Aber lest bitte selber. Obwohl auch ich vermute, dass viele der derzeitigen Diskussionen aus niederen Motiven wie Geldgier (Steuereinnahmen und Verkaufserlöse aus dem Handel mit Tabakwaren) geführt werden, also Staatsvertreter und Tabak-Lobby versuchen, ausschließlich ihren finanziellen Interessen gerecht zu werden und die Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung bestenfalls als Vorwand verwenden, möchte ich mich hier – nur kurz – einem anderen Aspekt widmen, den ich für äußerst relevant halte: Die tatsächlichen Alternativen Alle folgenden Zitate entnahm ich oben stehendem Artikel: Zitat: „Verbraucher sollten sich darauf verlassen können, dass ein Produkt gesundheitlich unbedenklich ist – und das ist bei der E-Zigarette in keinster Weise gegeben … Die normale Zigarette hat im letzten Jahrhundert Millionen Tote verursacht und wäre nie zugelassen worden, wenn wir das heutige Wissen vor 100 Jahren gehabt hätten.“ Kommentar: Das mag beides richtig sein, dennoch leben wir in einer Welt in der Tabak-Zigaretten mehrere Millionen Menschen zu Nikotinsüchtigen gemacht haben. Und weil das so ist, werden Zigaretten bisher nicht verboten, und das obwohl sie nachgewiesenermaßen verantwortlich für den Tod und schlimmste Erkrankungen von Millionen von Menschen sind. Die E-Zigarette soll nun aber verboten werden, weil man nicht weiß ob beziehungsweise in welchem Maße sie gesundheitsschädlich ist. Resümee: Derzeit 1,2 Millionen Konsumenten, alleine in Deutschland, sollen zurück zur nachweislich krank machenden und mordenden Zigarette gebracht werden, weil man nicht genau weiß… Zitat: „Verbraucherschutz funktioniere nur flächendeckend.“ Kommentar: Böse und wohl auch etwas übertrieben gesprochen, aber dennoch sehr wahr: Wir müssen den Verbraucher töten (mit Tabak-Zigaretten) um ihn vor E-Zigaretten zu schützen… Wenn die Verbraucher wirklich geschützt werden sollen, muss ein Mindeststandard für Liquide definiert werden, der regelmäßig kontrolliert wird und es muss mehr über die tatsächliche Schädlichkeit der E-Zigarette in Erfahrung gebracht werden. Alternativ und endlich mal konsequent und ehrlich wäre auch ein vollständiges Verbot von nikotinhaltigen Produkten, angefangen bei allen Tabakprodukten – aber das werde ich wohl nicht mehr erleben. Zitat: „Die Flüssigsubstanzen enthalten der Grünen-Politikerin zufolge so hohe Nikotinmengen, dass sie als Arzneimittel einzustufen sind“ Kommentar: Soweit ich informiert bin enthält der Tabak (nicht der Rauch) einer Zigarette ca. 12 mg Nikotin. • Das mach bei einer Packung Zigaretten (20 Stück) 240 mg Nikotin. • 10 ml Liquid mit 18 mg/ml Nikotin enthalten 180 mg Nikotin. Wer rechnen kann, kann das sehr einfach überprüfen. Frau Steffens (NRW-Gesundheitsministerin und Grünen-Politikerin) sollte mal darüber nachdenken Zigaretten in die Apotheke zu verbannen. Zitat: „Verbot stößt auf Unverständnis“ Kommentar: Stimmt, und nach heutigem Kenntnisstand zu Recht! Zitat: „Die E-Zigarette ist die weitaus weniger schädliche Alternative im Vergleich zur Tabakzigarette.“ Das bezweifeln Mediziner.“ Kommentar: Aha, sie zweifeln. Wie man aber weiß, heißt zweifeln soviel wie glauben und glauben heißt nichts zu wissen. Zitat: „Die E-Zigarette könne ebenso süchtig machen wie die normale Zigarette, betont Pötschke-Langer.“ Kommentar: Daran glaube auch ich. Doch die (dank Tabak) ohnehin schon Süchtigen werden daraus keinen Nachteil ziehen. Zitat: „Die EU-Kommission will die gesundheitlichen Folgen jetzt genauer untersuchen.“ Kommentar: Das ist eines der vernünftigsten Argumente in der gesamten bisher geführten Diskussion. Sollte sich tatsächlich ergeben (und sei es nur ein begründeter(!!!) Verdacht), dass E-Zigaretten noch schädlicher sind als Tabak (kaum vorzustellen) wird kein Mensch mehr einem Verbot widersprechen. Zitat: „Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sieht das Verbot im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW als einen wichtigen Schritt, erklärt eine Sprecherin.“ Kommentar: Traurig, wenn man bedenkt wie seit Jahren mit Tabak umgegangen wird - aber ich widerhole mich. Böse Zungen behaupten, das Verbraucherschutzministerium habe den Auftrag die Hersteller vor den Verbrauchern zu schützen. Könnte es sein, das BMG habe den Auftrag die Tabak-Lobby vor der Gesundheit zu schützen? Zitat: „Die benutzten Kartuschen enthalten häufig neben dem Suchtstoff Nikotin auch andere gesundheitsschädigende Substanzen. Deshalb ist vom Konsum der E-Zigarette abzuraten.“ Kommentar: Traurig, wenn man bedenkt wie seit Jahren mit Tabak…, aber ich widerhole mich. Epilog: Für mich bedeutet all das, dass jene die sich bisher zu Wort gemeldet haben entweder 1. in wilden Aktionismus verfallen sind. Die weniger schlimme aber immer noch schlimme Alternative, weil das bedeutete, dass unsere öffentlichen Wortführer zunächst einmal losschreien und erst dannach oder aber gar nicht erst anfangen zu denken. 2. uns wissentlich belügen um finanziellen Interessen zu folgen. Das wäre dann richtig schlimm… Nun ist es doch etwas länger geworden…
I agree
Danke Olaf..etwas länger stimmt schon, aber eben nur genausolang wie nötig..Du hast vollkommen recht..aber obs uns hilft.........nachdenk...und dabei dampf
Zollfahndung in Düsseldorf
Hallo Leute, jetzt wird es ernst, ich hatte am 02.02.2012 die Zollfahndung in der Wohnung und im Büro. Gegen mich wurde ein Ermittlungsverfahren wegen § 96 Nr. 4 u. 5 AMG vom Amtsgericht Frankfurt/a.M. eingeleitet. Nur weil die eine Lieferung von mir mit Inhalt" Liquids mit Nikotin" am Flughafen Frankfurt beschlagnahmt haben, werde ich jetzt beschuldigt eine Straftat im Sinne des AMG begangen zu haben, ich hätte in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel eingeführt und in den Verkehr gebracht. Mal sehen wer mir da helfen kann. Also aufgepasst, alle Händler die nikotinhaltige Liquids Kaufen/Verkaufen verstossen jetzt gegen das AMG, sagt auf jedenfall ein Richter vom Amtsgericht Frankfurt/a.M.
Probieren es aber immer wieder.
Hallo Roland... Da fällt einem nix mehr ein... aber nimm dir mal Zeit und lies dir den Artikel von VDeH durch. http://vd-eh.de/de/presse.html gruss Jürgen